Das Universum der japanischen Muster ist besonders groß. Damit du für deine Origami Figur das passende Muster auswählen und dadurch mit einer persönlichen Botschaft versehen kannst, stelle ich dir in diesem Blog-Beitrag „Origami Papier mit japanischen Muster und ihre Bedeutung“ die häufigsten traditionellen Muster, die auf Origami Papier abgebildet werden, vor. Dabei erkläre ich dir, woher sie kommen und was sie bedeuten.
Inhaltsverzeichnis
ToggleVielfältige Japanische Muster
Wenn du bereits einmal in Japan warst oder auch zu Hause in Berührung mit der japanischen Kultur gekommen bist, werden dir mit Sicherheit schon einmal die vielfältigen japanischen Muster aufgefallen sein. Du findest sie auf Zeichnungen, Karten, Papier, Stoffen, Kimonos und anderen Kleidungsstücken, auf Keramik, Essstäbchen und zahlreichen anderen Gegenständen. Sie werden darüber hinaus auch in traditionell japanischen Gärten genutzt, in denen die Muster in den Sand gezeichnet werden.
Die Muster stellen nicht nur Pflanzen, Tiere, Natur, Gegenstände und geometrische Formen dar. Hinter den Mustern verbirgt sich meist auch ein Wunsch, ein Merkmal der Persönlichkeit, eine Geschichte, eine Tradition oder religiöse Hintergründe. All diese Muster werden in Japan seit Jahrhunderten verwendet und werden im Japanischen „Wagara“ (japanische Muster) genannt.
Japanische Muster mit Blumen

Kirschblüte (Sakura) – Schönheit und Neuanfang
Die Blüten von Kirschbäumen gelten in Japan als vollkommende Schönheit. Sie sind an den fünf herzförmigen Blütenblättern zu erkennen. Japaner*innen bewundern sie gerne im Frühjahr zum Hanami (Hana die „Blüte“ und Mi(ru) das „Betrachten“).
Aufgrund ihrer ausladenden Pracht steht die Kirschbaumblüte außerdem für Reichtum und Wohlstand. Allerdings kann die Blütenpracht nur wenige Tage bewundert werden. Weswegen sie auch für Vergänglichkeit von Schönheit stehen.
Mehr über die Kirschblüte findest du in meinem Blog-Beitrag „Kirschblüte zu Hause erleben & 4 Origami Bastelideen„.
Pflaumenblüte (Ume) – Innere Stärke und Durchhaltevermögen
Die Pflaumenblüte ist in Japan genauso beliebt wie die Blüte der Kirsche. Sie hat auch eine große Ähnlichkeit zur Kirschblüte, weswegen sie von Laien gerne verwechselt werden. Die Blüte der Pflaume erkennst du an ihren fünf länglichen und abgerundeten Blütenblättern.
Du kannst die Pflaumenblüte bereits in den letzten Wintermonaten unter dem Schnee blühen sehen. Für diese innere Stärke und ihr Durchhaltevermögen wird sie in Japan bewundert. Sie steht auch für die Fähigkeit, eine schwierige Zeit zu überwinden und symbolisiert Kraft, Gesundheit, Erneuerung, Schönheit, Anmut und Eleganz.
Chrysantheme (Kiku) – Langlebigkeit
Die Chrysantheme hat 16 Blütenblätter und ist das Wappen des Königshauses. Sie steht für Langlebigkeit und eine adlige Gesinnung. Eine weiße Chrysantheme steht für Reinheit und Wahrheit.
Du findest die Chrysantheme nicht nur auf Stoffen und Origami Papier, sondern auch auf den japanischen Münzen und Pässen. Der Chrysanthemen-Orden ist außerdem die höchste japanische Auszeichnung. Auch der königliche Thron ist nach ihr benannt.
Japanische Muster mit Tieren

Kaninchen (Usagi) – Intelligenz und Großzügigkeit
Das Kaninchen ist häufig in Mythen, Legenden und Mangas anzutreffen. Zum Beispiel wird es zusammen mit einem Mörser in den Schatten auf dem Mond gesehen (Mondkaninchen). Je nach Erzählung hämmert es auf den Mörser ein, um ein Lebenselixier, eine Medizin, einen Reiskuchen (z. B. Mochi) oder einen Mondkuchen herzustellen. Aus diesem Grund wird dem Kaninchen Intelligenz, Hingabe und Großzügigkeit zugesprochen.
Da das Kaninchen nur vorwärts springen kann, wird es auch mit der Vorwärtsbewegung in Verbindung gebracht: „Seinen Lebensweg nach vorne gehen“.
Regenpfeifer (Chidori) – Langlebigkeit und Entschlossenheit
Der Regenpfeifer (Chidori) trägt auch den weiblichen Kosenamen „Chiyo“, was mit 1.000 Generationen übersetzt werden kann. „Chi“ bedeutet 1.000 und „yo“ Generationen. Aus dem Grund gilt der kleine Zugvogel als Symbol für Langlebigkeit.
Auf seinem Flug trotzt er mit seinem Vogelschwarm den Wellen, dem Regen und dem Wind. Deswegen wird er auch für seinen Mut und seine Entschlossenheit bewundert.
Als Muster erinnert der Vogel daran, die Schwierigkeiten des Lebens zu überwinden, aber auch an das unzerbrechliche Band in der Familie, in der Partnerschaft und in der Freundschaft.
Haifisch Haut (Same Komon) – Schutz
Das Muster setzt sich aus mehreren Punkten zusammen, die in einem Halbkreis angeordnet sind und eine Hai- oder Rochenhaut darstellen sollen. Da die Hai- und Rochenhaut sehr widerstandsfähig ist, soll das Muster vor Bösem und Krankheiten schützen. Weswegen es auch oft für die Rüstung der Samurai genutzt wurde.
„Komon“ bedeutet dabei „feines Muster“. Denn es besteht aus winzig kleinen Details die aus der Ferne wie eine Volltonfarbe erscheinen.
Japanische Muster aus geometrischen Formen

Blaue Ozeanwellen (Seigaiha) – Frieden und Glück
Die Blaue Ozeanwellen werden als Halbkreise dargestellt, die fächerförmig angeordnet sind. Es wirkt, als würden sie ruhig und in unbegrenzter Anzahl dahinfließen. Dabei drücken sie ruhige Stärke aus und stehen deshalb in Japan für Frieden und Glück.
Der Name des Musters „Seigaiha“ stammt von einem alten japanischen Hoftanz, bei dem die Tänzer in dem abgebildeten Wellenmuster gekleidet waren und mit ihren Armen wellenförmige Bewegungen ausführten.
Bogenfedermuster (Yabane Yagasuri) – Schutz und Glück
Das Muster stellt Bogenfedern dar und erinnert an den unveränderlichen Weg des Pfeils, der, einmal abgeschossen, nicht zurückkehrt. Es symbolisiert die Entschlossenheit und den Wunsch nach Glück.
Einer Braut wurde früher das Muster zu ihrer Hochzeit mitgegeben. Denn wie ein abgeschossener Pfeil, sollte auch die Braut entschlossen in die Ehe eintreten und dort ihr Glück finden.
Noch heute werden zur Neujahrszeit dekorative Pfeile als Glücksbringer verkauft, um das Böse zu bekämpfen und die Heimat zu beschützen.
Kariertes Muster (Ichimatsu) – Wachstum
Das karierte Muster wird durch unterschiedlich gefärbte Karos gebildet. Das vermeintliche einfache Muster hat eine tiefgründige Bedeutung: Es steht für Wachstum, Entwicklung und das Gedeihen der Nachkommen.
Muster mit traditionell-japanischen Gegenständen

Fächer (Ōgi) – Glück und gute Entwicklung
Mit ihrer aufgefächerten Form sollen Muster mit Fächern Glück für zukünftige Entwicklungschancen bringen.
Da Fächer früher der Oberschicht vorbehalten waren, standen sie auch für Wohlstand und Reichtum.
Gestickte Kugeln (Temari) – Glücksbringer
Die dekorativen Kugeln erzeugen wunderschöne Muster. Ursprünglich waren sie ein Kinderspielzeug, das aus Stoffresten angefertigt wurde. Heute werden sie gern als Glücksbringer zum Neujahr gekauft.
Papierbänder (Noshi) – Beste Wünsche
Das Muster zeigt verschiedenfarbige bunte Bänder, die zusammengebunden sind. Diese Papierstreifen werden häufig an Geschenken befestigt, um der oder dem Beschenkten die besten Wünsche zu bekunden.
Das Noshi-Muster gilt als Glücksbringer und symbolisiert Langlebigkeit.
Weitere traditionelle Muster aus Japan
Weitere traditionelle Muster aus Japan und die Bedeutung der Farben in Japan, stelle ich dir in der „japanisches Origami Papier – Probepackung“ vor. Hier erhältst du 6 verschiedene Arten von Origami Papier. So kannst du ausprobieren, welches Papier dir zum Falten am besten gefällt.
Hochwertiges japanisches Origami Papier lässt deine Faltfigur und dein Bastelprojekt gleich noch schöner aussehen. Bastle aus dem edlen Papier z. B. kleine Glückskraniche, ein Mobile, Einladungskarten, maritime Muffintopper oder Ohrringe. Bereite dir selbst eine Freude damit oder verschenke es an einen lieben Menschen weiter. 🎌
Mehr zu den verschiedenen Arten von japanischem Origami Papier erzähle ich dir im Blog-Beitrag „Welches Origami Papier?„.
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Quellen für „Origami Papier mit japanischen Muster und ihre Bedeutung“
Für die Recherche des Artikels „Origami Papier mit japanischen Muster und ihre Bedeutung“ habe ich verschiedene Quellen genutzt, die ich dir unten aufgelistet habe. Bei den Quellen handelt es sich um externe Links. Für die verlinkten Seiten sind ausschließlich die Webseiten-Betreibenden Personen verantwortlich. Auf die Quellen habe ich am 16.02.2026 zugegriffen.
Quellenübersicht
- JapanweltBlog (14.01.2022). Japanische Muster & Stoffe – Bedeutung der Wagara.
- Japandigest, Constanze Thede (14.06.2020). Wagara: Traditionelle japanische Stoffmuster.
- Polina Couture (05.10. Jahr unbekannt). Die Bedeutung von traditionellen japanischen Mustern.
- Polina Couture (06.10. Jahr unbekannt). Die Bedeutung von Objekten und natürlichen Elementen im japanischen Kunsthandwerk.
- Polina Couture (06.10. Jahr Unbekannt). Die Bedeutung von Tieren auf Stoffen und im japanischen Kunsthandwerk.
- Polina Couture (06.10. Jahr Unbekannt). Die Bedeutung von Blumen und Sträuchern in japanischen Kultur und Kunsthandwerk.
- KIRIKO MADE (03.03.2019). 和柄 : Japanese Patterns – Part 2.
- KIRIKO MADE (03.03.2019). 和柄 : Japanese Patterns – Part 1.
- Japan Avenue (03.03.2021). Traditional Japanese Patterns.
- Nippon (17.02.2020). Traditional Japanese Patterns.



